Andacht

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endlich ist Sommer. Zeit zum Rausgehen. Zeit zum Barfußlaufen. Zeit zum Genießen der wunderbaren Natur in Gottes Schöpfung.
Viele nutzen die Sommerzeit, um mal abzuschalten oder mal etwas ganz anderes zu sehen. Schüler und Lehrer freuen sich über die Ferien. Viele nutzen diese Zeit für einen ausgedehnten Urlaub.

Dabei ist es keineswegs selbstverständlich, dass wir überhaupt Urlaub und andere freie Zeiten haben. In der Geschichte der Menschheit ist Urlaub eine ziemlich moderne Erfindung. Und noch heute gibt es Kulturen, die so etwas wie Urlaub überhaupt nicht kennen.

Was viele nicht wissen: Unser Urlaub und die vielen freien Tage, die wir genießen dürfen, haben eine wesentliche Wurzel im biblisch-christlichen Menschenbild. In der Bibel ist es Gottes erklärter Wille, dass das Leben des Menschen nicht nur aus Arbeit besteht, sondern eben auch aus Zeiten der Ruhe, des Kraftschöpfens und der Besinnung auf das, was im Leben wirklich zählt.

Gott hat uns Menschen so geschaffen: dass wir auf der einen Seite zwar viel leisten können, auf der anderen Seite aber auch Zeiten brauchen, in denen wir uns erholen und unsere Beziehungen pflegen können – übrigens auch unsere Beziehung zu Gott.
Wir können nicht immer nur geben. Wir müssen auch empfangen.
Man könnte an dieser Stelle schon fragen: „Warum ist das so? Warum hat Gott uns gerade so geschaffen und nicht anders?“
Vielleicht brauchen wir Menschen diese zwei Pole, damit uns immer wieder bewusst wird, dass wir eben keine Götter sind, als die wir uns manchmal fühlen. Vielleicht brauchen wir die Erfahrung der begrenzten Kraft, damit wir nicht vergessen, dass wir in unserem Leben von Anfang bis Ende von Gott abhängen. Das tun wir ja tatsächlich. Wie gut, dass Gott, weil er uns liebt, uns gerne gibt und uns über alle Maßen beschenkt.

Eine völlig andere Sprache spricht da die moderne Leistungsgesellschaft, in der wir leben. Hier kann man schnell unter die Räder geraten. Und manchmal sind wir es selbst, die wir uns einreden, dass wir in dem Hamsterrad, in dem wir uns befinden, immer weiter rennen müssen.
Welch große Weisheit steckt demgegenüber in den Worten der Bibel. Etwa im 4. Gebot, in dem uns Gott dazu auffordert, den Feiertag zu heiligen (2. Mose 20,8-11). Oder auch in folgendem Wort aus Prediger 4,6:

„Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.“

Gottes Segen wünscht Ihnen Pfarrer Jan Dechert